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 Entwurf -Neubau eines Konzertsaals  Musikschule „Altes Schloss“ 

Vorbetrachtungen:

Der im folgendem näher erläuterte Entwurf setzt sich mit den Voraussetzungen des Standortes in Bezug auf das geplante Vorhaben, den Bau eines geeigneten Konzertsaales mit erforderlichen Nebenbereichen auseinander.

Dabei sollen die besonderen Voraussetzungen am Baustandort, mit  funktionalen und sehr begrenzten Flächenangebot  und intensiver Nutzung unter der Berücksichtigung denkmalrechtlicher Auflagen für eine mögliche Neugestaltung eines größeren Baukörpers wie den geplanten Konzertsaal näher betrachtet werden.

Dabei liegen für die gewählte Gestaltung die betont funktionale Einordnung des geplanten Neubaus folgende Hauptgesichtspunkte zu Grunde:

1.       Für die denkmalrechtlichen Voraussetzungen und Anforderungen:

-          Vorhandene wertvolle historische Substanz nicht zu zerstören/ Eingriffe weitgehend zu vermeiden, ableitende Einflüsse aus der geplanten Neubebauung weitgehend einzuschränken, durch bereits erfolgten Rückbau und Anordnung von untergeordneten Nebengebäuden(Bestand-Garagen) vorhandene bauliche Missstände zu beseitigen

-          Einordnung und Gestaltung des Neubaus, als Ersatzbau für den ehemaligen Ostflügel des Schlosses zur Vervollständigung der baulichen Anlage in Ostausdehnung und Ausbildung einer der Blickachse entsprechenden Gebäudegestaltung in Anlehnung an die historische Umgebungs-/ Bestandsbebauung

 

2.       Schwerpunkausbildung zur optimalen Nutzung:

-          Der geplante Neubau soll neben seiner Gestaltung vor allem den funktionalen Anforderungen seiner geplanten Nutzung in möglichst flexibler Form entsprechen

-          Die Konstruktion soll neben der Funktionalität im weiterem Sinn, den angestrebten Anforderungen an eine ausgewogene der unterschiedlichen Nutzung entsprechenden Raumakustik genügen- hier sollen insbesondere moderne Erkenntnisse aus bekannten und insbesondere hervorragenden  Einrichtungen wie das Konzerthaus Basel und Dortmund einfließen

 

3.       Konstruktion zur Optimierung der Kostenentwicklung:

-          Neben den Überlegungen zur Gestaltung des geplanten Gebäudes in Bezug auf die denkmalrechtlichen Gesichtspunkte , sowie der Gestaltung und Strukturierung zur möglichst flexiblen Nutzung sollen die Bautechniken , sowie konstruktiven Lösungen darauf ausgerichtet sein, das sehr geringe Platzangebot zur Baustelleneinrichtung am Standort bei laufenden Betrieb der übrigen Einrichtungen, sowie die Kostenentwicklung mit Blick auf das geplante Vorhaben mit dem Maximum an Ergebnis zum geringst möglichen Aufwand zu realisieren. 

 
Umsetzung der Vorbetrachtung in das Projekt:

 
Aufgrund der standortgegebenen Voraussetzungen, die geprägt sind durch sehr eingeschränktes  Platz-/Raumangebot für die Baustelleneinrichtung, die erforderliche Baustellenzuwegung und nicht zuletzt dem eingeschränkten Platz für das Vorhaben selbst , wird das Konzept zur technischen Umsetzung gerade diesen besonderen Anforderungen gerecht werden müssen.  Daher nimmt der Entwurfsverfasser folgende Grundüberlegung in seiner Herangehensweise auf:

 

Die Realisierung/ Umsetzung der Baumaßnahme unter Berücksichtigung der Standortvoraussetzungen so zu planen, dass  die Realisierung des Bauvorhabens möglichst viele baustellenfremde Leistungen vorausgehen und umfassend Bauteile durch technologische Vorprozesse als vorgefertigte Bauteile zum Einsatz kommen. Darüber hinaus besteht das Interesse unmittelbar an Ort und Stelle eine bereits durch Vorinvestitionen vorhandene Infrastruktur, insbesondere dringend erforderliche PKW-Stellplätze durch die Baumaßnahme zu erhalten und möglichst einzubeziehen.

Konkret geht der Entwurfsverfasser so vor, das durch den Neubau zusätzliches Angebot geschaffen, und keine wesentlichen Einschränkungen am Vorhandenen entsteht.

Es ist konzeptionell nicht vertretbar, eine Erweiterung des Raumangebotes durch den Neubau zu verfolgen, ohne im sowieso zu gering vorgehaltenen Infrastrukturbereich der Einrichtung  , den dann  zusätzlichem Bedarf nicht  ausreichend zu befriedigen. Es ist daher aus Sicht des Entwurfsverfassers nicht vertretbar, zusätzlichen Bedarf zu entwickeln ohne dafür die Infrastruktur im Mindestmaß vorzuhalten.

Allein zur Bedienung des späteren Naubaus ist es erforderlich im ausreichendem Maße für kurzfristige Abstell/Zufahrt und Lagerfläche zu sorgen. Gleiches gilt im Sinne der Flucht/Rettungswege.

Deshalb geht der Entwurfsverfasser in seinem Gestaltungsvorschlag so weit, dass er einen für diese Anwendungszwecke unkonventionellen Baukörper vorschlägt, dessen Herstellung  im Sinne eines umfassenden Vorlaufes weitgehend standortfremd  in Werkprozessen erfolgen kann:

 
„Den Bau eines auf Stützen gelagerten schwebenden Baukörper – der Schwebende Raum“
 

Aus diesem planerischen Ansatz ergeben sich für die Realisierung weitere positive Aspekte.

 
1.       Die punktuelle Gründung des Baukörpers auf spezielle Strebepfeiler , die sich über die Geschosse fortsetzen und dabei die Lasten des eingehängten Baukörpers aufnehmen und in den als ausreichend stabil vorausgesetzten Baugrund ableiten, erzeugen durch Pfahlgründung im Bohrtriebverfahren einen geringen technischen Baustellenaufwand, verbrauchen wenig Grundfläche, was den Erhalt der Stellplätze sichert und greifen minimal in die vorhanden Substanz ein oder haben auf diese keinen Einfluss, so das eine Sicherung der Bausubstanz nicht erfolgen muss. Zudem können Schäden speziell an der historischen Stützmauer bereits während des Baus, als auch in der Nutzungsfolge ausgeschlossen werden. Zugleich werden die Pfeiler bewusst in der Gestaltung eingesetzt, so das diese in der Ansicht des Gebäudes tragende Ausprägung erhalten.

 

2.       Durch offene Gestaltung des Erdgeschossbereiches, welcher vollständig als Parkfläche genutzt werden soll, bleiben vorhandene und ohnedies eingeschränkte Infrastrukturen erhalten, diese können sogar Sondernutzungen zugeführt werden.

 

3.       Die Bauweise greift auf ein Grundskelett zurück, welches die Lasten durch Trag,- u. Kragarme gleichmäßig auf die Strebpfeiler verteilt und die Flächen der Geschosse aufnimmt. Ähnlich der Ballonbauweise werden die Umfassungswände der Gebäude durch vorgefertigte Holztafelsysteme  gefertigt, was einen weitgehenden Vorfertigungsprozess ermöglicht, die Baustelle optimal bei geringstem Platzbedarf bedienen lässt und ein sehr flexibles und leichtes Bauwerk mit positiven Eigenschaften auf den Lasteintrag in die vorhandene Bausubstanz ermöglicht. Dabei kann auf der Baustelle sehr effektiv verfahren werden. 

 

4.       Positive Eigenschaften der Bauweise auf den Raumklang/ Akustik

Zugleich erzeugt diese Bauweise den Vorzug eines weitgehend frei schwingenden Resonanzkörpers mit positiven Eigenschaften auf den Raumklang, bereits durch die Konstruktion. Die absorbierenden Eigenschaften der Holzmodule in der Gesamtkonstruktion , verbessern dabei positiv die Eigenschaften der Verteilung und  Aufnahme der tiefen und mittleren Tonhöhen  im Nachhall der Raumakustik .  Diese werden im speziellem Ausbau zusätzlich gerichtet und durch optimale Gestaltung des Saalraumes über drei Ebenen positiv unterstützt. (optimiertes Raumkonzept )

Aus den Erfahrungen der bereits genannten in ihrer Qualität der Raumakustik herausragenden Konzertsaalbauten wurde die Gestaltung des Saales in der Grundausrichtung  dem Raumverhältnis  1-1-2 (Schuhkarton) angemessen  ausgebildet.

Durch die Verwendung von Holz als Grundbaustoff der im wesentlichen frei schwebenden Konstruktion des Gesamtgebäudes, sowie der im Ausbau der Räume vorgesehenen Verwendung von Harthölzern und massiven Gipsflächen zur Kontrastierung  und zusätzliche schwerer veränderbarer Wandbauteile (Schwebetüren) , ist es überdies möglich die Raumstruktur den jeweiligen Anforderungen angemessen anzupassen und die Raumklangeigenschaften zu beeinflussen. So können Kammerkonzerte mit geringer Klangfülle, wie auch Blasmusikkonzerte mit sehr intensivem Klangvolumen akustisch abgestimmt werden

 
Besondere Bemühungen um den guten Ton:  Raumkonzept

 
Den bereits durch die Gesamtkonstruktion , den schwebenden Raum, angestrebten positiven Nutzen/Effekt für die Akustik des Gesamtgebäudes , wird durch eine abgestimmte  Raumgestaltung weiter entwickelt. Für dieses ganzheitliche Konzept, indem das ganze Gebäude in seiner wesentlichen technischen Gestaltung einbezogen ist gibt es keine bekannten Beispiele oder Vorbilder, so das dieses eine beispielhafte Bedeutung hat.  Es stellt in Bezug auf die ganzheitliche konstruktive und strukturelle Einbeziehung des gesamten Gebäudes in das Konzept  eine innovative Besonderheit dar . Nun bestehen seit einigen Jahren die Bemühungen angesehener Forschungsinstitute , wie das Frauenhofer Institut, in Verbindung  auf dem Gebiet des Akustikbau   etablierter Unternehmen Erkenntnisse aus der Materialanwendung  zu gewinnen. Aus den dazu umfassend veröffentlichten Publikationen können prinzipielle Anwendungsverfahren vermittelt werden, die hier konkret für die konzeptionelle Verwendung von Holz in der Konstruktion und des Ausbaus Anwendung finden sollen.

 
Japanische Wissenschaftler in Zusammenarbeit namhafter Firmen aus dem Instrumentenbau sind anhand gezielter Untersuchungen zu der Erkenntnis gelangt, „das die Eigenschaften des Waldes  sich in Bezug auf bestimmte arkustische  Parameter nicht so stark von denen eines guten Konzertsaales unterscheidet“.  In Fachpublikationen die sich speziell den Klangeigenschaften des Holzes widmen, wird die Meinung vertreten, das die Akustik von Konzertsälen durch Holz wesentlich verbessert wird.

Durch den vorgestellten Entwurf soll bereits die Konstruktion des Gebäudes als Resonanzkörper, die Gestaltung und Strukturierung des Raumes und die Verwendung gezielt akustisch gestalteter Oberflächenstrukturen  und Raumausbildungen , durch intelligente Lösungen wie z.B. verschiebbare Wandteile möglichst eine große Variabilität  des Raumes und seiner  Akustik erreicht werden.

Das Gestaltungskonzept des Saalraumes über drei strukturierte  Ebenen, ermöglicht eine große Variabilität ausgerichtet auf die Anforderungen an die jeweils optimale Raumakustik in der Verwendung des Raumes. Es wird möglich den Raum gezielt projektbezogen zu variieren, so das ein individuelle Klanggestaltung erreicht wird.  Es ist daher möglich mit dem Raum zu arbeiten und den jeweiligen Anforderungen entsprechend die Struktur der Ebenen anzupassen.

Dabei besteht das Raumkonzept in der Anlehnung der natürlichen Ebenenstruktur eines Hochwaldes auf das hier zunächst lediglich mit dem Verweis auf die gezielte Raumteilung und Strukturierung des Saalraumes hingewiesen werden soll.

Einzelheiten des Raumkonzeptes werden in gesonderten Ausführungen dargelegt .


Dem Verfasser des Entwurfs war es ein Anliegen, den im besonderen des Standortes geschuldeten Bedingungen und Voraussetzungen beispielhaften Entwurf eines Konzertsaales, in möglichst bereit gefächerter Variabilität der Nutzung  zu erarbeiten.  Er wurde getragen von dem Bestreben , Baukosten und technologisch bedingte Störungen durch die Errichtung des Projektes unter Berücksichtigung des laufenden Betriebes der Einrichtung weitgehend einzuschränken und zu minimieren.  Gleichermaßen sollte dabei der Anspruch an dem Wesen des geplanten Projektes entsprechender Grundlage, eben  die Qualität und Güte in der Benutzung der Sache an sich in hervorgehobener Weise Berücksichtigung  finden.  Auf der Grundlage einer detailierten Kostenvorermittlung basierend ,  belaufen sich die vorläufigen Kosten des so geplanten /entworfenen Projektes , ohne erweiterte Nebenkosten und Verwaltungsaufwand im Mittel auf rd. 1.2Mio. €  mit rd. 4650m³ umbauten Raum und über 965m² neu entstandener strukturierter Nutzflächen.

Schlussbemerkung
 
Aus der jahrelangen Erfahrung in der Zusammenarbeit  mit den Mitarbeitern der Musikschule, war stets deren Bestreben zu erkennen und Leitbild des Bemühens der ganzen Einrichtung , unter den gegebenen Voraussetzungen eine  angemessenen Qualität im Bemühen um den Einzelnen hervorzuheben.  Nicht zuletzt wurden diese Bemühungen durch aus der Einrichtung hervorgebrachter Erfolge bei der Teilnahme deren Schüler an Wettbewerben, eine durchschnittlich hohe Quote guter und sehr guter Leistungen bei Prüfungen und nicht zuletzt die Verleihung des angestrebten Zertifikates Ausdruck verliehen  .

Aus dieser positiven Erfahrung und in Würdigung der zuteilgewordenen Aufmerksamkeit und Unterstützung war es mir ein Anliegen und besondere  Freude den Gestaltungsentwurf anzufertigen .  Die Musikschule Sangerhausen ist in ihrer Vielfalt ein Ort regen geistigen und qualifizierten Austausches im Umgang  der Menschen und somit vorbildhaft. Im bestem Sinn dient die Arbeit aller Mitarbeiter und das Bestreben der Einrichtung ,  der Entwicklung und Entfaltung der Schüler und verdient höchste Anerkennung .  Vielleicht können meinen kurzen Ausführungen einige Gedanken und Anregungen für die Umsetzung des geplanten Vorhabens entnommen werden, im Bestreben der Beteiligten  immer das möglichst „Beste“ zu erreichen .   

 

 
Der  Entwurf dient keinem bestimmten oder weiteren Zweck , er soll lediglich bei Interesse Anregungen vermitteln.  

 
Lars Görcke

 

Wippra, den 06.07.2010


 
 
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